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Nach der Melodie Heidelberg, du Jugendbrunn Melodie von Otto
Lob (1899) Text von Walter Stempell (1902) |
| 1. |
Liebe Stadt im Lindenkranze, roter
Erde schönste Zier, pflanz auf deiner höchsten Schanze auf
das stolze Stadtpanier: blüht, ihr Linden, glänzt, ihr Türme,
hoffnungheischend himmelwärts; jung blieb, Münster, trotz
der Stürme, noch dein Wiedertäuferherz.
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| 2. |
Alter Giebel Zickzackreihe, frischer
Jugendübermut, dazu Sonntagssonneweihe, ach, wie reimt sich das
so gut! Blonde Zöpfe, bunte Mützen, kecke Worte, leiser
Schrei, und die alten Weiber flitzen, waren schon so oft dabei.
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| 3. |
Wenn Lamberti weiße Streben
glitzern in des Mondes Strahl, geistert ein gespenstig Leben durch
den alten Friedenssaal. In den Streit der Kontrahenten schlägt
ein donnernd "Eins" die Uhr; draußen singen die
Studenten (Saxonen): Gaudeamus igitur -
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| 4. |
Frische Burschen, würd´ge
Pater und manch liebes Mägdelein wandern hin zur Alma Mater,
deiner Krone Edelstein. Bunter Sinn und graue Haare, aller Musen
musica, ewig junge, ewig klare Aura academia!
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| 5. |
Darum Heil dir, altes Münster, blüh
und wachse immerdar; wer dich einstmal nannte "finster",
selbst ein "vir obscurus" war. Deiner Glocken helles
Klingen, deiner Frauen holdes Bild, deiner Burschen frohes Singen
mehr als tausend Jahre gilt!
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| 6. |
Wer noch nie ins Aug´ geschauet münsterisches
Mägdelein, wer die Schilder nie geklauet, kann kein Münsteraner
sein. Wer den Stuhlmacher´schen Tropfen und den Bullenkopf (das
Saxenhaus) nicht kennt und des Pinkus Müllers Hopfen, war in Münster
nie Student.
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