| 1. | Hier sind wir versammelt zu löblichem Thun, drum, Brüderchen, ergo bibamus! Die Gläser sie klingen, Gespräche sie ruhn; beherziget: ergo bibamus! Das heisst noch ein altes, ein tüchtiges Wort, es passet zum ersten und passet so fort und schallet, ein Echo, vom festlichen Ort, ¦:ein herrliches: Ergo bibamus!:¦
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| 2. | Ich hatte ein freundliches Liebchen gesehn, da dacht' ich mir: Ergo bibamus! und nannte mich freundlich, da liess sie mich steh'n; ich half mir und dachte: Bibamus! und wenn sie versöhnet und herzet und Küsst und wenn ihr das Herzen und Küssen vermisst, so bleibet nur, bis ihr was Besseres wisst, ¦:drum, Brüderchen, ergo bibamus!:¦
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| 3. | Mich ruft mein Geschick von den Freunden hinweg, ihr Redlichen! Ergo bibamus! Ich scheide von hinnen mit leichtem Gepäck; drum doppeltes Ergo Bibamus! Und was auch der Filz von dem Leibe sich schmorgt, so bleibt für den Heitern doch immer gesorgt, weil immer dem Frohen der Fröhliche borgt ¦:drum, Brüderchen, ergo bibamus!:¦
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| 4. | Was sollen wir sagen zum heutigen Tag, Ich dächte nur: Ergo bibamus! Er ist nun einmal von besonderm Schlag, drum immer aufs neue: Bibamus! Er führet die Freude durchs offene Tor, es glänzen die Wolken, es teilt sich der Flor, da scheint uns ein Bildchen, ein götliches vor, ¦:Wir klingen und singen: Bibamus!:¦
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Worte: Joh. Wolfgang v. Goethe, 1810 (1749-1832) Weise: traug. Max Eberwein, 1813 (1775-1831) |
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