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Weitere Begriffe des Couleurstudententums |
| Wichs, der: | - studentisches Galakleid" (1778, zeitgen.), das heute auch noch von den Chargierten bei besonderen Anlässen getragen wird
- Zu Beginn des 19. Jh. auch die uniformentlehnte Tracht der Corps
- Schon Mitte des 19. Jh. (1846) unterschied man kleinen und großen Wichs; heute Vollwichs, der aus Cerevis/Barett, Pekesche, Schärpe, weißen (Leder-)Hosen, Kanonenstiefeln mit Sporen, Stulphandschuhen und (Parade-)Schläger besteht, und Salonwichs, bei der zu einem schwarzen Anzug Cerevis, Schärpe und weiße Handschuh getragen werden. Paukwichs ist die Bandagierung der Paukante
| | Studententracht: | - Im Dreißigjährigen Krieg begannen die Landsmannschaften, Trachten auch (Landes-)Farben zu tragen, die sich an kirchlichen Hochschulen allerdings nicht durchsetzten.
- Sie entwickelten sich der allg. herrschaftlichen Mode gemäß und ähnelten nacheinander der Landsknechtskleidung, Kavaliersprunk, preußischen und später napoleonischen Uniformen.
- Die Rückbesinnung auf das eigene Volkstum infolge der Freiheitskriege ließ französisierende Mode verschwinden und führte bei den Burschenschaften zur sog altdt. Tracht. Kanonen, Stürmer und Lederhosen wurden durch einen kurzen, meist schwarzen Rock ersetzt, mit einer Reihe Knöpfe, kurzem stehenden Kragen und hinten ohne Schnitt; einem Paar weiten Beinkleidern aus Leinwand oder schwarzem Tuch, kurzem, kurzen Stiefeln und einem Barett mit oder ohne Feder (vgl. KV-Chargierte).
- Die Brust war bloß; Weste und Halstuch waren verbannt. Statt des letzteren wurde ein weißer Kragen herausgelegt (daher chargiert Saxonia ausschließlich mit einem weißem Hemd unter der Pekesche).
- Auch gehörte zum vollständigen Altdeutschenein Stutz- oder Knebelbart (s. Stud. Conv. Lex. 1825).
- Die Landsmannschaften (Corps) trugen dagegen Mütze, kurzen Rock und enge Hosen, die der allg. Tracht nicht mehr entsprachen und aus der sich die Wichs heutiger Tage entwickelte.
| | Uniform: | - Die Studententracht wechselte verschiedentlich, meist den Änderungen der Mode folgend.
- Um die Wende vom 18. Jh. zum 19 Jh. übte die Uniform des preußischen, später auch des napoleonischen Militärs großen Einfluß auf die Tracht der Landsmannschaften/Corps aus, die von diesen auch als Uniform bezeichnet wurde.
- Sie bestand aus einem weißen Leibrock nach Art der Infanterieoffiziere; Aufschläge und Kragen waren in den Farben der jeweiligen Landsmannschaft gehalten. Auf die goldenen Epauletten, die der preußischen Generalsuniform entlehnt waren, war der preußische Adler gestickt. Diese uniform wurde zu gesellschaftliche Anlässen getragen, während bei den Burschenfeierlichkeiten weiße Lederhosen, Kanonen und Stürmer üblich waren (1831).
| | Cerevis: | - von lat.-keltisch: cerevisia, cervisia, cerves(i)a:
- 1. Bier
- 2. Eine um 1840 entstandene, kleine, runde und schirmlose Mütze, Bierkappe in den Verbindungsfarben, die in der Mitte den Verbindungszirkel (Zirkel) aufweist, der reichlich mit Wein- und Eichenlaub umstickt ist. Das Cerevis wird als Teil der Wichs vorne auf dem Kopf getragen.
- Zu unterscheiden vom Cerevis sind Tönnchen und Straßencerevis.
- Beim Tragen ist darauf zu achten, daß der Zirkel lesbar für den Betrachter ist.
- Der hohe FM trägt auf dem Haus vielfach einen Fuchsenschwanz am Cerevis. - Bezeichnung erst seit etwa 1850. Vorher Cerevismütze, -kappe (1846)
- 3. Bierspiel
- 4. Beteuerungsformel - Hier ist ein Blick in unseren Comment zu empfehlen
| | Pekesche: | - Früher: Bekische; aus dem polnischen: bekiesza.
- Ein in Polen seit dem 16. Jh. üblicher, mit Querlitzen an den Verschlüssen und mit Tressen versehener Rock
- aus dem zu Beginn des 19. Jh. die Pekesche als Teil der Studententracht bzw. der Wichs hervorgegangen ist.
- Diese Tracht ist infolge der polnischen Aufstandsversuche zu Beginn des 19. Jh. bei den dt. Studenten Mode.
- Eine einfachere Ausführung ist die Kneipjacke, auch Flaus genannt)
| | Flaus: | - Auch: Flausch, Bierflaus, Kneipjacke, Kneipflaus
- Von mittelniederdt.: vlus(ch): Schaffell
- Um 1750 wohl durch Vermittlung hallischer Studenten vom Niederdt. Ins Hochdt in der Bedeutung Überrock (1781, 1795, 1813), leichter Rock, Alltagsrock; auch als "Gottfried" bezeichnet ( 1846, zeitgen.)
| | Schärpe: | - lat.: scirpea: die Binsentasche über das merowing. Lat., Altfrz.:écharpe: Armbinde im 17. Jh. zu rheinländ. "scherpe"
- Ein aus einem breiten farbigen Seiden- oder Atlasstreifen bestehendes Band, das zur Vollwichs oder Salonwichs gehört und über die rechte Schulter getragen wird.
| | Stiefel: | - 1. Fußbekleidung mit Schäften bis über das Knie oder Kneistulpen, auch Kanonen genannt
- Sie sind Bestandteil der Wichs und gehen auf die Zeit der Renommisten zurück im 19. Jh. zurück
- 2. Gläsernes Trinkgefäß in Form eines Stiefels.
- Mitte des 19. Jh. nahm man bei besonderen Gelegenheiten noch den Stiefel des Seniors und trank aus ihm Bier
| | Renommist: | - Der R., der den anderen ausstechen will und sich dauernd schlägt (1727)
- wer für Geld an stelle eines anderen ficht und "ingrimmig und gefährlich aussieht" (1749);
- ein Raufbold, dem Saufen ergeben ist und nicht studiert (1781, 1795)
- ein Schreier, der in Wirklichkeit furchtsam ist (1795, 1841, 18, 46, 1893)
| | Schäfte: | - Zum Wichs gehören heute meist keine Stiefel mehr, sondern nur deren Schäfte mit normalen schwarzen Schuhen
- Die Schäfte reichen bis über die Knie und werden nur zur Vollwichs getragen.
- Sie erinnern an die früher üblichen Kanonen(-Stiefel)
| | Schläger: | - 1. Früher: Hieber, Haurappier. Auch: Speer.
- Waffe, die seit Ende des 18. Jh. üblich ist. Es ist keine Duell-, sondern nur noch eine Mensurwaffe. Diese Hiebwaffe hat ein 90 cm lange, gerade klinge ohne Spitze, deren Schneide zur Hälfte und deren Rücken 20 cm geschliffen ist.
- Zu unterscheiden ist der früher in Mittel- und Ostdeutschland verbreitete Glockenschläger, der einen halbkugelartigen Metallhandschutz mit Parierstange besitzt, vom üblicheren, in Dtld. Und Österreich, der Schweiz, dem Baltikum und dem Sudetenland verbreiteten Korbschläger, der einen Handschutz aus sieben mit Blech und Verbindungsfarben unterlegten Bügeln hat. Im Korb ist eine Lederschlaufe für den Zeigefinger.
- Der Schläger dient auch als Repräsentationswaffe bei nichtschlagenden Verbindungen. Er wird symbolisch für die studentische Freiheit getragen.
- Die Spitzen bei Saxonia sind zusätzlich abgebrochen als Zeichen der Antiduellität
- 2. Einer, der gut schlägt (1822, 1825, 1831, 1841, 1886)
| | Leibvater: | - Im Laufe seiner Fuchsenzeit hat sich jeder Fux einen Leibvater zu suchen; nach Mglk. innerhalb der ersten 2 bis drei Monate. Vor der Wahl sollte der Fuchs verschiedene Gespräche mit dem hohen Fuchsmajor suchen, um durch ihn bei der Wahl eine Hilfestellung zu erlangen. Ungeschriebenes Gesetz ist, daß Confüchse nicht zur Disposition stehen. Der Leibvater ist für den Fux eine Art Mentor. Dieser sollte den hohen Fuchsmajor bei der Erziehung des entsprechenden Fuchsen unterstützen. Desweiteren sollte der Leibvater Vorbild und Vertrauensperson sein. Da der Leibvater imstande sein muß, selbst Saxonia "vorleben zu können", sollte er nach Möglichkeit Ur-Saxone sein oder zumindest Bandinhaber.
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| Abkürzungen aus dem couleurstudentischen Wesen |
| AC | allgemeiner Convent | | AH | Alter Herr | | AHC | Altherrenconvent | | AV | Akademische Verbindung | | Bbr | Bundesbruder | | BC | Burschenconvent | | BW | Bierwart | | Cbr | Cartellbruder | | CC | Cumulativconvent | | CV | Cartellverband der kath. deutschen Studentenverbindungen | | C.V. | Cartellversammlung | | ÖCV | Österreichischer Cartellverband | | CVS | Satzung des CV | | CVGO | Geschäftsordnung des CV | | CVGerO | Gerichtsordnung des CV | | Dat | Dimissio ad tempus | | Dati | Dimissio ad tempus infinitum | | DB | Deutsche Burschenschaft | | DC | Dechargierungskomission od. Dechargierungsconvent | | D.c.i | Dimissio cum infamia | | Dip | Dimissio in perpetuum | | EBC | Extra Burschenconvent | | EKV | Europäischer Kartellverband | | e.s.v. | eine sehr verehrliche | | e.v. | eine verehrlic | | Fbr | Farbenbruder | | FK | Ferienkommissar | | FM | Fuchsmajor | | GVB | Gesamtverzeichnis-Berichterstatter | | ho | hochoffiziell | | HPR | Hochschulpolitischer Referent | | I.e.1. | Inaktive ex loco | | I.i.1 | Inaktive in loco | | KDB | Katholische Deutsche Burschenschaft | | KDStV | Katholische deutsche Studentenverbindung | | VKDSt | Verbindung katholischer deutscher Studenten | | KAV | Katholische akademische Verbindung | | KStV | Katholischer Studentenverein | | MCV | Münsteraner Cartellverband | | NDB | Neue Deutsche Burschenschaft | | Sx! | Saxonia | | TCV | Technischer Cartellverband | | WC | Wahlconvent | | WKStV | Wissenschaftlicher katholischer Studentenverein | | X | Senior (im CV, in anderen Verbänden z.T. anders genannt) | | XX | Consenior | | XXX | Schriftführer | | XXXX | Kassierer | | VO | Vorort | | VOA | Vorortsausschuß | | VOP | Vorortspräsident | | StB | Studentenbund | | AHB | Altherrenbund | | AHZ | Altherrenzirkel | | s.t. | sine tempore | | c.t. | cum tempore | | io | inoffiziell | | o | offiziell | | ZM | zeitweiliges Mitglied |
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