Herzlich Willkommen bei Saxonia

Geschichte Saxoniae

1. Gründungszeit (bis 1875)

1863: 25. November, Gründung des Gesangsvereins in der Marianischen Akademiker-Kongregation durch deren Präses Pater Albert. Voiß.
Zweck des Vereins: „…Gesangesfreude und Gesangeskunst unter den Mitgliedern zu erhalten und zu pflegen“.

1867: Erste regelmäßige Vereinssitzungen neben den Gesangsabenden, eigenes Vereinslied: „Wir sind ein fest geschlossener Bund“; allmählich festerer Zusammenschluss
Wahl der Farben: rot-weiß-grün
Namensgebung: Harmonia

1868: Anerkennung als „akademischer Gesangsverein“ durch Senat der Akademie nach entsprechendem Gesuch. Niederlegung der Funktion als Gesangsverein in der Marianischen Kongregation.
Zweck des Vereins: „Gesang und Musik zu heben und studentische Gemütlichkeit im Kreise seiner Mitglieder zu erzielen“.

1869: Erstes Stiftungsfest Eigene Statuten mit 31 Paragraphen

1870: Tragen des rot-weiß-grünen Bierzipfels wird vom Senat genehmigt.

1871: Einführung der roten Mütze Ab Wintersemester: Tragen des rot-weiß-grünen Bandes Schreiben der Aenania: würde Antrag der Harmonia auf Aufnahme in CV begrüßen. Der Convent der Harmonia beschließt darauhin das Prinzip scientia, wie von CV gefordert, aufzunehmen und die Prinzipien der Katholizität und der Antiduellität ,die ohnehin stets befolgt wurden, ausdrücklich in den Statuten festzulegen. Der Antrag auf Aufnahme in den CV wird gestellt.

1871: 23. November, Aufnahme in den CV als Nr.7 (heute Nr. 6, da Austria Innsbruck – damals Nr. 4 – nicht mehr im CV, sondern ÖCV ist)
Der Erzbischof von Köln untersagt seinen Theologen den Eintritt in die Harmonia.

1872: 11. Januar, auf dem CC wird das Prinzip der Wissenschaftlichkeit etabliert und der Hauptzweck Gesangsvereins aufgegeben. Von nun an werden wöchentlich wissenschaftliche Vorträge gehalten.

1872: 22. Januar Namensänderung in Alsatia, um den Schritt „weg von dem Gesangsverein hin zur studentischen Verbindung“ zu dokumentieren. Die Namensänderung wird vom Senat genehmigt. Grund für die Namenswahl war offiziell die patriotische Freude über das wieder gewonnene Elsass nach dem Krieg 1870/71. In Wirklichkeit wollte man aber den Theologiestudenten des Erzbistums Köln ein Schlupfloch geben, das Verbot des Erzbischofs in die Harmonia einzutreten zu umgehen.

1873: neue Statuten mit Wahlspruch „treu, fest, wahr!“ (heute Wahlspruch der AV Cheruscia Münster)

1875: Gründung eines Philisterverbandes. Zweck: „Die während der Universitätszeit geschlossene Freundschaft und die verfochtenen Prinzipien auch im späteren Leben zu erhalten und den Aktiven in jeder Weise zur Seite zu stehen.“ Erster Vorort im CV unter dem VOP Wilhelm Schlaadt v/o Hagen.

2. Kulturkampf (bis 1883)

1878: 30. Juli, Kneipe, nach der Bavarenfux Firnig von Mitgliedern der Landsmannschaft „Rhenania“ auf seinem Heimweg insultiert wurde. Daraufhin stürmten Alsaten die Wirtschaft, von der aus die Rhenanen den Fuxen attackierten.

1878: 1. August, Festkommers, im Verlauf des Kommerses wird ein Toast auf den Kaiser (Wilhelm I.) getrunken. Ein geladener Gast (Oberlehrer Dr. Focke) blieb ostentativ sitzen. Ebenso wurde aufs „Zentrum“ getrunken, wovon der Rektor der Akademie (damals noch nicht Uni) erfuhr.

1878: 6. August, der Rektor der Akademie verkündet dem zu ihm gerufenen Alsatenvorstand die Auflösung durch den Senat. Er begründet dies mit angeblichen Verbindungen zu Parteimännern, die über die Korporation Alsatia Studenten vom Studium abzögen.

1878: 27. Oktober, die ehemaligen Alsaten stellen Antrag auf Begründung einer Verbindung Alemannia (orange-weiß-gold), der aber wegen des Katholizitätsprinzips abgelehnt wird.

1878: 19. November, Gründung als Saxonia mit den Farben schwarz-silber (ab WS weiß)-blau, mit „sittlich-religiösem“ Prinzip.
Wahlspruch „deo et patriae!“ wird gewählt, da fünf der acht Wiederbegründer Abiturienten des Gymnasium Theodorianum in Paderborn waren, wo diese Worte noch heute im Giebel des alten Gemäuers zu bewundern sind.
Im Dezember: erste Kneipe bei Leppers in der Krummenstraße

1879: Aufnahme der Saxonia in den CV
Philisterverband der Alsatia schließt sich an.

1881: März: CV erkennt Saxonia als Nachfolgerin der Alsatia an
Juni, Rektor genehmigt, dass die Saxonen das rot-weiß-grüne Band und damit die alten Farben Alsatiae tragen.

1883: Bezeichnung „katholische Studentenverbindung wird vom Senat genehmigt. Das Katholizitätsprinzip ist damit wieder eingeführt
Zweites Mal CV-Vorort, VOP wird Eberhard Vogel v/o Dankwart

3. Blütezeit (bis 1913)

1884: Saxonia gründet den ersten AH-Zirkel in Münster

1888: AH Dr. Joseph Wurm publiziert erstmals die „Academia“, die bis heute das Sprachrohr des CV ist.

1876: Franz Küppers wird 3. CV-VOP der Saxonia

1897: Saxonia übernimmt die Patenschaft zur Begründung der AV Rheno-Guestfalia in Kiel

1900: Gesamtzahl der Aktivitas überschreitet erstmals die Marke von 100 Studenten.
Daher Gründung der Tochterverbindung „AV Cheruscia“ in Münster.

1904: Aus gleichem Grund Gründung der Tochterverbindung „Alsatia“ ebenfalls in Münster.
Bis 1906 muss Alsatia den Zusatz „Neo-„ tragen, um zu verdeutlichen, dass es sich nicht um die Wiederbegründung der alten Alsatia handelte.

1905: AH Dr. Wurm wird Philistersenior. Dieses Amt hat er bis zu seinem Tod 1941 inne.
Er war Geschichtsschreiber der Saxonia, Gründer und Herausgeber der Academia und Ehrenvorsitzender und Initiator zur Gründung des CV-Altherrenbundes.

1913: Einweihung des Bootshauses an der Werse (Pachtvertrag lief 1976 aus) und des ersten Hauses Saxoniae in der Diepenbrockstraße 28 zum 35. Stiftungsfest. Erbauer des ersten Hauses war AH Hilger Hertl, der Jüngere.

4. Weimarer Zeit (bis 1938)

1919: Saxonia gründet die Verbindung „KDStV Wiking“ in Hamburg anlässlich der Gründung der Universität in Hamburg.
Das erste Semester nach dem Krieg beginnt Saxonia mit 146 studierenden Mitglieder, bei einem Fuxenstall von 33 Personen.
Saxonia stellt zwei Gruppen zur Studentenwehr zum Schutz der Wahlen zur Nationalversammlung an der Universität ab.

1920: Saxonia beteiligt sich fast vollständig an der „akademischen Wehr“ gegen die kommunistischen Aufstände in Münster und im Ruhrgebiet.

1920: Saxonia bekommt eine Enkelin; AV Cheruscia gründet in Clausthal-Zellerfeld die „Glückauf“ (violett-weiß-grün)
Saxonia bekommt eine Urenkelin: „Glückauf“ gründet am selben Ort die „Ostland“ (weiß-schwarz auf rot)
Glückauf fusionierte nach dem 2. Weltkrieg mit dem KV-Verein Salia und heißt seitdem „Glückauf-Salia“ (Dadurch bedingt weist sie die Besonderheit auf, als einzige Korporation im CV und KV zu sein)
1997 fusionierten Glückauf-Salia und Ostland. Seitdem heißen sie Glückauf-Salia und tragen Ostlands Farben (weiß-schwarz auf rot)

1922: Der gesamte AStA wird von Saxonen gestellt

1928: 50. Stiftungsfest wird groß gefeiert: ganz Münster ist in Saxonenfarben gehüllt und festlich geschmückt. Es gibt ein Pontifikalamt in der Lambertikirche und einen Festkommers in der Stadthalle mit 500 Personen. Festrede und Ansprachen der Bundesbrüder Weihbischöfe Hillebrand und Scheifers sowie des Oberbürgermeisters von Münster AH Dr. Sperlich.

1933: Saxonia wird nach dem Führerprinzip umgestaltet, inoffiziell wurde der Senior jedoch weiterhin von der Aktivitas gewählt.

1934: Aufhebung des Katholizitätsprinzips im gesamten CV.

1935: Selbstauflösung des aktiven CV; Saxonentag in Münster beschließt, Saxonia weiter bestehen zu lassen.

1936: Durch den „Hess-Erlass“ bedingt tritt die gesamte Aktivitas aus; das Philisterium bleibt bestehen.
Das Haus an der Diepenbrockstraße wird zwangsweise einer NS-Studentenorganisation zur Nutzung überlassen.
Es sind noch Bierzipfel von 1938 erhalten, was beweist, dass Saxonia bis dahin zumindest inoffiziell auch weiterhin aktiv war.

1937: Letztes Stiftungsfest vor dem 2. Weltkrieg

1938: Totalverbot aller katholischen akademischen Organisationen

5. Wiederbegründung (bis 1950)

1945: Vier Conabiturienten des Gymnasium Paulinum (Theodor Schulze, Hans-Melchior Brückmann, Karl-Hermann Stahlhut und Hermann Hallermann) setzen sich in einem kleinen Hinterzimmer bei Pinkus Müller zusammen, um eine Verbindung nach Art der früheren katholischen Korporationen zu gründen. Der damalige Direktor des Paulinums; AH Prof. Dr. Rohfleisch, war zu dieser Zeit Philistersenior der Saxonia. Mit seiner Hilfe gelang es den vier Abiturienten, eine Aktivitas ins Leben zu rufen. Wiederbegründungssenior wurde Theodor Schulze. Die Zahl der Aktivitas wuchs schnell auf 12 an

1946: 25./27. März, Genehmigung der Saxonia durch den Rektor und die Militärregierung.
Damit ist Saxonia die erste wiederbegründete CV-Verbindung nach dem Krieg.

1946: 8.August, Verbot des Namens „Saxonia“ und der Farben durch die Militärregierung mit der Begründung, mit dem alten Namen und den Farben könnten „reaktionäre Tendenzen“ und „schlechte Traditionen“ wieder aufleben. Daraufhin Namensänderung in „Westfalenland“.

1947: Wiederaufnahme des Katholizitätsprinzips

1949: Das beschlagnahmte Haus an der Diepenbrockstraße wird inzwischen von einem Lebensmittelgroßhändler genutzt. Dieser kauft es von der Westfalenland. Als Gegenleistung erhält die Verbindung ein Haus auf der Langen-Straße 14 (wird heute von der KDStV Alemannia genutzt).

1950: Genehmigung des Antrags auf Namensänderung in „VKDSt Saxonia“ nachdem mit dem Grundgesetz die Vereinigungsfreiheit eingeführt worden war.

6. jüngere Geschichte (bis 2008)

1954: Rudolf Beisenkötter v/o Bodo wird 4. CV-VOP, der von der Saxonia gestellt wird.

1963: AH de Vries setzt durch, dass man sich von nun an auf die Gründung der Harmonia von 1863 als Gründungsdatum beruft.
100. Stiftungsfest. Papst Johannes XXIII. und Bundeskanzler Adenauer senden Grußtelegramme. 1965: Einweihung eines neu erbauten Hauses in der Von-Stauffenberg-Str. 12 nachdem das alte Haus zu klein geworden und von der KDStV Alemannia Greifswald zu Münster gekauft worden war.

1967/68 Saxonia erreichen die Studentenunruhen. Mögliche Reformen bzgl. des K-Prinzips werden seitens der Aktivitas angestrebt. Im WS 68/69 verkündet der Senior Norbert Leise nicht wie üblich eine Semestervorschau, sondern hinterfragt in seiner Antrittsrede bewusst die Rolle Saxoniae in Geschichte und vor allem in der Gegenwart. Anschließend fordert er für die Verbindung gravierende Konsequenzen. Darüber hinaus gab es Konflikte bzgl. der Hausordnung, da Frauen auf dem Haus übernachteten und die Nächte in der Zeit entsprechenden Orgien gefeiert wurden.

1968: 23. Nov, die Altherrenschaft tagt im Essener „Handelshof“. Es wird attestiert, dass sich die Aktivitas immer weiter von der geistigen Grundlage der Saxonia entfernt. Ein Bruch mit der Aktivitas steht kurz bevor. Zeitgleich tagt im Nebenzimmer der BC. Dieser stellt fest, dass eine mögliche Einigung mit der Altherrenschaft auf einem CC kaum erfolgreich wäre.

1969: Neuformulierung der Prinzipien der Saxonia auf dem CC des Stiftungsfestes in Folge der Auseinandersetzung zwischen Teilen der Aktivitas und der Altherrenschaft über Reformen des Verbindungslebens.

1980: Alsatia und Saxonia übernehmen gemeinsam den Vorort. Stellvertretender VOP: Claus Kusnierz-Glaz v/o Ali

1981: Vorort unter Saxonia mit dem VOP Claus Kusnierz-Glaz v/o Ali

1998: 6.Juni, CC-Beschluss auf dem Stiftungsfest: Nach einem Jahr Probezeit wird der erste schriftliche Comment seit 1903 verabschiedet. Zusammengestellt wurde er von Bbr. Christoph Müller v/o Onko

2003: Die Wohnetagen auf dem Haus werden grundlegend renoviert und damit den modernen Anforderungen angepasst.

2003: 140. Stiftungsfest wird höchst saxonenadäquat zelebriert.

2003: Carsten Marcus Petermann v/o Balou übernimmt als 6. Saxone den Vorort im CV.

2005: Umbau der Gesellschaftsetage auf dem Haus

2006: Die Münsteraner Verbindungen übernehmen unter Vorsitz von Bbr. Stefan Lütkecosmann v/o Dino den Vorort. Damit stellt Saxonia den 7. Vorortspräsidenten in eigenem Namen.

Entstehungsgeschichte studentischer Verbindungen - Geschichte des Cartellverbands (CV)